Kristin Schröter

1992 bezog Kristin Schröter die Büdnerei und begann, das Haus Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Über viele Jahre wurde geplant, umgebaut, ergänzt und gestaltet.

Kristin war ein Menschenfänger im schönsten Sinne. Sie interessierte sich für Menschen, brachte sie miteinander ins Gespräch und nicht selten auch mitten hinein in eines ihrer Vorhaben. Mitunter glich sie einem kleinen Flummi, immer in Bewegung und voller Tatendrang. Wenn sie sich für etwas begeisterte, strahlte sie und nahm andere dadurch mit.

2014 kam das Café hinzu. Kristin wollte einen Platz schaffen, an dem sich, wie sie selbst sagte, „Ruhe, Zeit, Land und Kultur“ genießen ließen. Die Büdnerei wurde damit nicht nur ein Ort des Wohnens, sondern auch der Gastlichkeit und des Austauschs. Viele kamen wegen des Cafés und blieben wegen der Gespräche und Begegnungen.

Literatur war für Kristin bewegend. Bücher führten zu Gesprächen, und Gespräche brachten Menschen zusammen. Sie lud Autorinnen und Autoren in die Alte Büdnerei ein, veranstaltete Lesungen unter freiem Himmel, Schreibwerkstätten und schließlich die Literaturtage. Das Gespräch über einen Text war ihr dabei ebenso wichtig wie der Text selbst.

2023 gab Kristin gemeinsam mit Moritz Hildt das Buch „Seewind“ heraus. Ihre Kurzgeschichte erzählt von einer Mutter und ihrer Tochter, die sich von einem verregneten Urlaubstag nicht unterkriegen lassen, ein neues Spiel erfinden und schließlich lachend barfuß durch das Wasser laufen. Auch darin ist viel von Kristin zu erkennen: Aus einem Tag, der anders verlief als gedacht, wurde für sie kein verlorener Tag. Es musste nur (schnell) eine neue Idee her.

Heute wird nach einem plötzlichen und schweren Verlust weiter an der Büdnerei gearbeitet. Das Haus bleibt in familiärer Hand. Es wird gepflegt, instand gehalten und behutsam weiterentwickelt.

Was Kristin hier aufgebaut hat, ist nicht abgeschlossen. Es prägt den Ort weiterhin voller Willenskraft, ganz nach Kristins Energie und Träumen.

"Das Café am Rande der Stadt", das viele Jahre Teil der Alten Büdnerei war, ist derzeit nicht in Betrieb. Die Räume bleiben jedoch erhalten. Ob und in welcher Form das Café künftig wieder öffnet, wird sich zeigen – der Gedanke daran ist jedenfalls nicht verschwunden.

„Fertig sein und keine Träume zu haben stelle ich mir schlimm vor“, sagte sie einmal. Wenn jemand bemerkte, wie viel hier noch zu tun sei, antwortete sie: „Ein Glück!“

Es gibt noch viel zu tun. Und in diesem Satz ist sie uns vielleicht ganz nah.

Sogni d'oro

(Stand: 28. Juli 2026)






Nachruf Kristin Schröter Strandgut Magazin Ostseebad Kühlungsborn




Nachruf Kristin Schröter geschr. von Moritz Hildt